Charlottenburg-Wilmersdorf ist mit rund 28.300 Unternehmen der zweitstärkste Unternehmensstandort der zwölf Berliner Bezirke. Zur Wirtschaftsstruktur gehört auch eine vielfältige Food-Branche: Gastronomie, Lebensmittelhandel, Feinkost und kleine Manufakturen. Zugleich ist der Bezirk für seine hohe Gastronomiedichte und die internationale Küche rund um die Kantstraße bekannt.
Diese Verbindung von Wirtschaft und Kulinarik hat Tradition. Schon um 1900 entstand rund um den Kurfürstendamm eine ausgeprägte Cafékultur. Das „Café des Westens“ und später das „Romanische Café“ waren Treffpunkte der Berliner Kunst- und Literaturszene. Gastronomie diente damit nicht nur der Versorgung, sie zentraler Teil des kulturellen Lebens der City West.
Auch zwei Berliner Klassiker sind mit Charlottenburg verbunden: Currywurst und Döner. Herta Heuwer soll 1949 an ihrem Imbissstand am Stuttgarter Platz die Sauce entwickelt haben, die aus der Bratwurst die Currywurst machte. Und am Bahnhof Zoo verkaufte Kadir Nurman in den 1970er-Jahren gegrilltes Fleisch im Fladenbrot.
Die internationale Ausrichtung des Bezirks zeigt sich heute besonders an der Kantstraße. 1923 eröffnete dort das „Tientsin“, das wahrscheinlich erste chinesische Restaurant Deutschlands. Seitdem ist rund um die Straße ein Netzwerk aus asiatischer Gastronomie und Lebensmittelhandel entstanden. Vietnamesische, chinesische, thailändische, taiwanische und andere Restaurants sowie spezialisierte Lebensmittelgeschäfte bilden einen gastronomischen Schwerpunkt.
Die City West bündelt Gastronomie, Einzelhandel, Hotellerie, Kultur und Tourismus und erreicht damit sowohl die lokale Kundschaft als auch Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland. Für gastronomische Betriebe und Lebensmittelanbieter entsteht daraus ein Markt mit unterschiedlichen Zielgruppen und hoher Besucherfrequenz.
Zum wirtschaftlichen Blick auf Lebensmittel gehört zunehmend auch die Frage nach deren Herkunft und Produktion. Charlottenburg-Wilmersdorf trägt seit 2011 den Titel „Fairtrade
Town“ und setzt sich mit Angeboten und Maßnahmen für fairen Handel und nachhaltige Beschaffung ein.
Ob Café, Restaurant, Feinkostgeschäft oder Rösterei: Die Food Szene verbindet Berliner Geschichte mit internationalen Einflüssen, lokales Unternehmertum mit globalem Handel und Genuss mit dem urbanen Leben der City West.

